Unser Chelmsford-Austausch 2018 - Impressionen aus erster Hand

Beim Bürgermeister von Chelmsford

Ich glaube, alle von uns hatten zumindest ein etwas mulmiges Gefühl im Magen als wir am Sonntag, den 18.3.2018 um 5.30 Uhr, auf den Bus warteten, der uns nach England, genauer gesagt nach Chelmsford, bringen sollte. Nachdem wir uns von unseren Eltern verabschiedet hatten und alle im Bus saßen, konnte es endlich los gehen. 15 Stunden im Bus und später auf der Fähre.
Um ca. 21 Uhr trafen wir endlich an der Schule unserer Austauschschüler ein, die uns dort samt ihren Eltern in Empfang nahmen. Anschließend fuhren wir mit ihnen nach Hause.

Ich persönlich war extrem erleichtert, weil meine Austauschschülerin und auch ihre Eltern einen sympathischen Eindruck machten und ich außerdem nach einer Eingewöhnungszeit auch überraschend wenige Probleme mit der Sprache hatte. Die ganze Familie bereitete mir einen tollen Empfang, sodass ich mich bald wie Zuhause fühlte.

Am ersten Tag gingen die deutschen Gastschüler mit ihren Austauschschülern in den Unterricht. Ich war überrascht, wie förmlich der Umgang zwischen Schülern und Lehrern war, und natürlich waren auch die Uniformen für uns alle neu. Im Vergleich muss ich sagen, dass mir der Unterricht in Deutschland besser gefällt, da er meiner Meinung nach viel freier und abwechslungsreicher gestaltet ist. Ich besuchte einen Unterricht, der Politikwissenschaften in Deutschland wahrscheinlich am Nächsten kommt, und danach gingen wir in den Deutschunterricht. Am Nachmittag besuchten wir Chelmsford und machten dort eine Art Stadtrallye. Wir wurden von unseren Austauschpartnerinnen an der Schule abgeholt und verbrachten den Abend in den Familien.

Am Dienstag, dem zweiten Tag, fuhren wir nach Cambridge, wo wir eine Führung (glücklicherweise auf Deutsch!) bekamen. Für mich war Cambridge eines der Highlights unseres Aufenthalts, weil ich neben der Universität auch von der wunderschönen Stadt begeistert war und natürlich von der Vorstellung, dass dort so viele berühmte Persönlichkeiten, wie beispielsweise Stephen Hawking oder Isaac Newton, lebten und lehrten. Abgesehen davon war an diesem Tag wunderschönes Wetter, sodass wir noch gemütlich durch die Stadt bummeln konnten. Gegen Nachmittag fuhren wir zurück und wurden wieder von unseren Austauschpartnerinnen abgeholt.

Den dritten Tag verbrachten wir in Southend on Sea, einem kleinen Örtchen an der Küste Englands, mit einem langen Pier und einem kleinen Freizeitpark mit Achterbahnen, außerdem kleinen Imbissbuden und Restaurants, die die berühmten Fish and Chips verkauften. Selbstverständlich kauften wir uns fast alle eine Portion, auch wenn es nicht unbedingt meinem Geschmack entsprach.

Am nächsten Tag stand der Ausflug an, auf den wir uns wohl alle am meisten gefreut hatten. Wir fuhren nach London. Auf der Hinfahrt waren die U-Bahnen noch angenehm leer, aber auf der Rückfahrt sollten wir lernen, was Frau Hoffmann am Informationsabend mit “Rush Hour” gemeint hatte. London ist eine unglaublich große Stadt mit vielen interessanten Plätzen, die wir an dem einen Tag natürlich nicht alle besichtigen konnten. Wir entschieden uns für die Cutty Sark in Greenwich, außerdem machten wir eine Bootsfahrt auf der Themse, wo wir das London Eye und die Tower Bridge sehen konnten und wir fuhren zum Picadilly Circus, wo wir etwas Freizeit hatten. Die Rückfahrt war, wie schon erwähnt, sehr anstrengend, da die U-Bahnen so voll waren, dass die Lehrer uns richtiggehend „hineindrücken” mussten, damit alle mitfahren konnten. Ich bin bis heute voll Bewunderung, wenn ich darüber nachdenke, wie Frau Hoffmann und Frau Storz es geschafft haben, eine dreißigköpfige Gruppe durch die Londoner U-Bahn zu manövrieren.

Den nächsten Vormittag verbrachten wir wieder in der Schule und am Nachmittag besuchten wir den Bürgermeister von Chelmsford, der uns einiges über die Geschichte der Stadt beibrachte.

Das Wochenende waren wir in den Gastfamilien und ich machte am Samstag, wie wohl die meisten anderen auch, einen Ausflug nach London. Dort sahen wir uns weitere Sehenswürdigkeiten wie zum Beispiel die Saint Paul´s Cathedral an.

Ich denke, die meisten waren etwas traurig als wir am Sonntagmorgen die Heimreise antreten mussten. Wir verabschiedeten uns von unseren Gastfamilien und stiegen zurück in den uns inzwischen wohlbekannten Bus mit dem allseits beliebten Busfahrer Jürgen, der uns zurück nach Deutschland brachte.

Falls ihr euch also überlegt, einen Englandaustausch zu machen, kann ich euch das nur wärmstens empfehlen. Am Anfang scheint es vielleicht schwierig und beängstigend, aber es wird sich lohnen.

An dieser Stelle möchte ich mich außerdem ausdrücklich im Namen aller Schüler bei Frau Hoffmann und Frau Storz bedanken, ohne deren Engagement und Geduld dieses Unternehmen niemals möglich gewesen wäre.


Ein Erfahrungsbericht unserer Schülerin Lilly Unruh (9c)