Lichte Bauten und surreale Welten

Schülerarbeiten aus dem Bereich der Bildenden Kunst: Zu sehen sind neben

Bildern auch architektonische Entwürfe. Foto: J. Fiedler

Neigungskurs Bildende Kunst stellt in der Volksbank aus – Kooperation von Max-Born-Gymnasium, Gymnasium in der Taus und Bildungszentrum Weissacher Tal
Bereits zum 13. Mal bekommen die 21 Schüler des Neigungskurses Bildende Kunst die Möglichkeit geboten, in der Volksbank ihre Arbeiten aus den beiden letzten Schuljahren der Öffentlichkeit zu präsentieren.

BACKNANG (pm). Die Schalterhalle der Volksbank hat sich in ein Labyrinth aus Stellwänden verwandelt. In ganz unterschiedlichen Techniken haben die Schüler des Neigungskurses Bildende Kunst, eine Kooperation des Max-Born-Gymnasiums, des Gymnasiums in der Taus und des Bildungszentrums Weissacher Tal, während der letzten zwei Jahre gearbeitet. Gezeigt werden Gemälde, Collagen, Zeichnungen, aber auch Objekte und Architekturmodelle.
Grußworte sprachen der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Backnang Werner Schmidgall und Schulleiter Günter Ost. Eine fachliche Einführung hielt Stefanie Bolz, die den Kurs leitete. Geprägt sind die ausgestellten Arbeiten von den vorgegebenen Abitur-Schwerpunktthemen. Als besondere Herausforderung habe sich das Thema „Ideal und Konzept“ erwiesen, das eine Auseinandersetzung mit dem zeitgenössischen japanischen Architekten Tadao Ando vorsah, führte die Kunstlehrerin aus. Ausgestellt werden symmetrische und asymmetrische Papierobjekte und Architekturmodelle, die, wie der Entwurf für einen Sakralbau von Maximilian Setzer, die intensive Beschäftigung der Schüler mit Geometrie, Licht und Raum zeigen und den Versuch, eigene Ideale in einem architektonischen Konzept zu verwirklichen.
Weitere Arbeiten sind angelehnt an das Schwerpunktthema „Max Ernst – Imagination und Wirklichkeit“. Die Beschäftigung mit einem Künstler, der als Erfinder neuer Techniken in Erscheinung trat und durch sein Werk wie auch als Mensch stets provozierte, habe die Schüler dazu angeregt, mit kunstuntypischen Materialien zu experimentieren, und sie dazu ermutigt, Darstellungen zu präsentieren, die Fragen aufwerfen und zunächst unverständlich erscheinen, erläuterte Stefanie Bolz. So auch die Collagen mit dem Titel „Enthüllungen“: Ausschnitte aus diversen Zeitschriften wurden zu humorvollen, provokativen und skurrilen Motiven zusammengesetzt, die darüber hinaus die vielfältigen Bedeutungen des Begriffes verdeutlichen. So spuckt auf der Arbeit von Jessika Toporski ein monströser weiblicher Kopf in einem endlosen Würgereiz diverse Gliedmaßen aus, die seltsam ineinander verkeilt scheinen. Enthüllung erscheint hier als eine Art Selbstauflösung.
Mit Zufallstechniken wurde unter dem Titel „In den eigenen vier Wänden“ gearbeitet. Das aufgedruckte Dekor einer Wandtapete wurde durch die Abdrücke diverser Gegenstände, aufgespritzte Farbe und aufgeklebte Collageelemente ergänzt und umgedeutet. Die Arbeiten spiegeln dabei auch die ganz persönlichen Empfindungen der Schüler gegenüber den eigenen vier Wänden wider. Eine kritische Sicht darauf zeigt zum Beispiel die Arbeit von Marcia Bauer: Eine 60er-Jahre-Tapete mutiert zur Kinoleinwand, ihr Blumenmuster zum blutigen Schlachtfeld von Actionhelden.
Eine merkwürdige Verschmelzung von Innen- und Außenraum, von realen und surrealen Welten, vereint die ausgestellten Gemälde. Auf Maren Boizos Bild „Himmelskörper“ wird der Boden eines Innenraumes ersetzt durch ein Wolkenmeer, an den Wänden dringt der Himmel in Form gerahmter Ausblicke ein. Auf Wiebke Stuhlmanns Gemälde wurde der Innenraum bis auf eine schwebende Tür vom Außenraum, einer felsigen Nebellandschaft, bereits ausgelöscht. Jessica Romann zeigt den Blick auf eine höchst surreale Ausstellung, in der Hochhäuser, wie aus dem Meer gefischte Fundstücke gestrandet, in einem tristen Gewölbekeller präsentiert werden. Alle Werke, die in der Auseinandersetzung mit dem Thema „Imagination und Wirklichkeit“ entstanden sind, vereint, dass sie weniger die sichtbare Welt wiedergeben als einen Blick in die inneren Welten der Schüler. Und diese sind wunderbarerweise nicht immer bis ins Letzte verständlich.
Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage vom Musikkurs des Gymnasiums in der Taus, ebenfalls ein Kooperationskurs des Tausgymnasiums und des Max-Born-Gymnasiums. Unter der Leitung von Claudia Omlor präsentierte der Kurs sowohl Jazzstücke als auch Popsongs.
Die Ausstellung des Neigungskurses Bildende Kunst ist bis Freitag, 14. Juni, während der Öffnungszeiten der Volksbank Backnang, Schillerstraße 18, zu sehen.

BKZ-Artikel vom 11.06.2013