Optimales Rüstzeug für die Zukunft

Haben am Backnanger Gymnasium das Abitur abgelegt: Schüler des ersten reinen
G-8-Jahrgangs mit Schulleiter Reinhard Ortwein (ganz links). Foto: J. Fiedler

Erster reiner G-8-Jahrgang verlässt das Gymnasium in der Taus – Scheffelpreisträger Dominik Schreiber: Frieden mit der Schulzeit

Das Wichtigste seit der Geburt, wie Irene Vent vom Elternbeirat es formulierte, haben 51 Schüler des Gymnasiums in der Taus erreicht – das Abitur. Davon erhielten 13 zusätzlich Preise für herausragende Leistungen, unter ihnen die Jahrgangsbesten Sophia Langer und Dominik Schreiber mit Schnitten von 1,0

BACKNANG (pm). Der Jahrgang, der das Privileg hat, der erste reine G-8-Jahrgang des Gymnasiums in der Taus zu sein, verlässt nun die Schule und dies mit großem Erfolg. Schulleiter Dr. Reinhard Ortwein erwähnte die Überlegungen in der Schulpolitik bezüglich der Tendenzen hin zu neuen Lernkulturen, bei denen Lehrer und Schüler zu Lernbegleitern und Lernpartnern werden sollen, um eine individuelle Potenzialentfaltung zu gewährleisten. Im Hinblick auf die hervorragenden Ergebnisse des Abiturjahrgangs musste er aber auch feststellen, dass offensichtlich auch die altbekannten Lernwege sich bewähren. Stolz verkündete er, dass beim schriftlichen Abitur in allen drei Mathematikkursen ein zweistelliger Durchschnitt erreicht wurde. Er versicherte den Schülern, dass sie nun das Rüstzeug für einen optimalen Weg in die Zukunft haben, und gab ihnen auf den Weg, optimistisch zu sein. Denn wie schon John F. Kennedy wusste, gebe es nur eines, das auf Dauer teurer sei als Bildung – keine Bildung.

Die Herausforderungen, mit denen Eltern während der Schulzeit ihrer Kinder konfrontiert werden, zeigte Irene Vent auf. Während ein Pickel ein erheblicheres Problem darstelle als die Vier in Mathe, versuchten Eltern und Lehrer, die wichtigsten Jahre der Entwicklung der Schüler und deren Schulzeit in Einklang zu bringen. So scheint es nicht von ungefähr zu kommen, dass es, nachdem der erste reine G-8-Jahrgang die Schule verlässt, nun wieder einen reinen G-9-Jahrgang gibt. Diese Entwicklung sieht Vent darin begründet, dass nun wieder beides möglich sein solle – Schule und Jungsein.

Sie forderte die Abiturienten dazu auf, mutig, neugierig und zielstrebig zu sein und dabei authentisch zu bleiben, sich treu zu bleiben, für sich zu entscheiden und den eigenen Weg zu gehen.

Dass der Weg in die durch das Abitur verliehene Freiheit vor allem von Begeisterung geprägt sein solle, ohne die es heute keine Medikamente gäbe, kein Mensch auf dem Matterhorn oder im All gewesen wäre, verdeutlichte Cornelia Nabel vom Förderverein. Sie zeigte den Schülern auf, dass sie bisher Großartiges vollbracht haben und daran anknüpfen sollen. Sie wünschte ihnen, einmal mehr aufstehen zu können als hinzufallen. Sie sollen weiterhin lernen, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und dabei immer mit Begeisterung und Mut ans Werk zu gehen, denn dann werden sie jeden Berg erklimmen können.

Weitere Gratulanten waren Erster Bürgermeister Michael Balzer und Dr. Reinhard Wegener von der telent GmbH, die die Schulleitung beim Überreichen der Sonderpreise unterstützten. Balzer führte den Abiturienten vor Augen, dass sie die Zukunft seien, in der tragfähige Geländer wie die Familie und gewohnte Strukturen in den Hintergrund treten und sich das „Meer der Chancen“ vor ihnen ausbreiten werde. Sie sollen ihre Freiheit stets mit Verstand, Fantasie und Gestaltungswillen erfüllen, denn nur so bleibe sie bestehen.

Wegener verwies auf die zahlreichen Sonderpreise in den Naturwissenschaften und freute sich darüber, dass auch Mädchen unter den Preisträgern sind. Einer Umfrage zufolge interessiere sich jeder zehnte Junge, aber nur ein Mädchen von hundert 15-Jährigen für eine Karriere im Technikbereich. „Weiter so und nicht locker lassen“, lobte er das Tausgymnasium, das immer wieder bemüht sei, auch Mädchen den Zugang zur Technik im Beruf zu ermöglichen.

Den Sozialpreis des Tausgymnasiums für ihre jahrelange engagierte Arbeit in der SMV erhielten Daniel Ziegele und Franziska Pfister. Scheffelpreisträger Dominik Schreiber warf einen Blick zurück auf das Gewohnte. Das Kennenlernen einzelner Schüler in der fünften Klasse, das Zusammenwachsen innerhalb der Klassengemeinschaft und letztlich das Werden einer großen Gemeinschaft, bedingt durch gemeinsame Aktivitäten und das gegenseitige Unterstützen bei der Berlinfahrt, dem Projekt Schule als Staat oder auch den Studienfahrten. Er zog die Bilanz, dass alle heil aus der Schule herausgekommen seien und nun ihren Frieden mit der Schulzeit machen sollten.

Die festliche Atmosphäre wurde durch die musikalische Gestaltung des Abends von Dietrich Westhäußer-Kowalksi und einigen Schülern des Profilfachs Musik mit Stücken von F. Mercury, J. Kleeb und aus dem Musical Anatevka untermalt.

BKZ-Artikel vom 29.06.2013