Die Theater-AG des Gymnasiums in der Taus präsentierte: Andorra, ein Drama von Max Frisch

Dichte Atmosphäre und beeindruckende Schauspielkunst bot die die Theater-AG des Gymnasiums in der Taus am 01. und 02.03. mit ihrer Inszenierung des Dramas “Andorra” von Max Frisch im Bandhaus.
Der Andrang war so groß, dass zusätzliche Stühle zur Verfügung gestellt werden mussten, damit jeder einen Sitzplatz bekam.

In Frischs Schauspiel versucht Andri, gespielt von Noah Friton, verzweifelt seinen Platz in der von Angst und Vorurteilen geprägten Welt Andorras zu finden. Doch es gibt ein Problem: Andri wurde als uneheliches Kind geboren. Sein Vater (Phillipp Soos) gab ihn als gerettetes Judenkind aus. Hiervon erhoffte er sich ein leichteres Leben für seinen Sohn Andri.

Doch der Plan misslingt. Der Antisemitismus in der Gesellschaft hindert Andri daran, seine bescheidenen Ziele zu erreichen. Seine große Liebe und vermeintliche Ziehschwester Barblin (Bianca Bothner) zu heiraten und endlich eine Tischlerlehre zu absolvieren, bleiben unerfüllte Träume.

In seinem parabolischen Stück zeigt Frisch, welche Auswirkungen das Mitläufertum auf Identität und Schicksal der Ausgegrenzten und Stigmatisierten hat.

Es handelt sich also um ein herausforderndes Stück mit einer noch herausfordernden Thematik, die auch heute von höchster Relevanz ist.
Schon ab der ersten Szene zeigte sich dem staunenden Publikum, mit welcher Intensität die Schüler, unter Regie von Annette Mennenkamp und Cathrin Tissot, eben diese auf die Bühne brachten. Beeindruckend war vor allem die sich durch das ganze Stück ziehende Spannung und die Bühnenpräsenz der Darsteller.



Das Bühnenbild war auf das Nötigste reduziert und bestand lediglich aus einer Stuhlgruppe, großen Papierlampions und einem Klavier. Diese wurden im Laufe des Stücks je nach Bedarf arrangiert und kreativ eingesetzt. Dies ließ dem Schauspiel den nötigen Raum, um seine Wirkung aufs Vollste zu entfalten.

Kaum vorzustellen, dass es sich hier um dieselben Kinder und Jugendlichen handelte, die sonst ausgelassen über den Schulhof toben und sich schnatternd auf den Gängen des Tausgymasiums zur nächsten Unterrichtsstunde drängen.

Die Schüler und Schülerinnen aus den verschiedensten Klassenstufen brachten sich und ihre Talente sehr harmonisch in das Kollektiv ein und so ein Stück auf die Bühne, das über alle Maßen gelungen ist. Zugabe, bitte!


Bericht: Jale Enssle (Jahrgangsstufe 1)