Informationsabend "Smartphone und Tablet-PC, unsere neuen Familienmitglieder"

„Ich hab gar nicht so viele Leute erwartet”. Mit diesen Worten begrüßte der Pädagoge Peter Hensinger das Publikum im vollen Hörsaal des Gymnasiums in der Taus. Das Thema “Smartphone und Tablet-PC, unsere neuen Familienmitglieder” lockte vorwiegend Besucher, die den Übergang von alten zu neuen Medien noch selbst erlebt hatten, also Eltern. Doch auch einige Schüler waren unter den Anwesenden.

Im Laufe des Abends warnte Hensinger vor den zahlreichen negativen Auswirkungen, die verfrühter Medienkonsum auf die Persönlichkeitsentwicklung hat. Dieser hemme unter anderem die Sprachentwicklung und Lesefähigkeit, wie zahlreiche Studien bestätigen. An die Stelle von sozialer Interaktion trete eine virtuelle Welt, deren Reizüberflutung Kinder und Jugendliche nun ausgesetzt seien. Dies kann unter Umständen zu sozialer Isolation und Abschottung führen.

Da Jugendliche unter zwölf Jahren noch nicht die benötigte Selbstkontrolle entwickelt haben, um diesen Reizen standzuhalten, entwickeln sie ein Suchtverhalten und das in auch nur kurzer Zeit. Zudem klärte Hensinger über die gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die durch Mobilfunk-Strahlung hervorgerufen werden, auf. Deren zelltoxische Natur verursache neben Kopfschmerzen und Schlafstörungen auch Krebserkrankungen.
Auch wenn der Vortrag in erster Linie über die Gefahren der neuen Medien informierte, hielt Hensinger die Eltern dazu an, “im echten Leben” mehr Zeit für die Familien und gemeinsame Unternehmungen zu finden.

Zum Schluss stellte der Förderverein noch sein Projekt “Lachen statt Smileys” vor, welches den Schüler und Schülerinnen der sechsten Klassen einen finanziellen Zuschuss für einen gemeinsamen Ausflug verspricht, sofern diese sich dazu entscheiden, für die Dauer des Schullandheimaufenthalts auf ihre Handys zu verzichten.

Am großen Andrang der Besucher und auch an den vielen Fragen während der Diskussionsrunde zeigte sich deutlich, wie hoch das Interesse der Eltern ist, ihren Kindern und Jugendlichen einen verantwortungsvollen Umgang mit den Medien vorzuleben und zu vermitteln.


Bericht: Jale Enssle (Jahrgangsstufe 1)