Informationen, Tipps sowie Hilfestellung für Schulen und Jugendbegleiter

Häufig gestellte Fragen

Wer kann Jugendbegleiterin bzw. Jugendbegleiter werden?

Jeder, der sich für Schülerinnen und Schüler engagieren möchte, insbesondere pädagogisch bereits
qualifizierte Personen wie ausgebildete Übungs- und Jugendgruppenleiter, Schüler- und Bürgermentoren
sowie Musikschulpädagogen, aber auch Fachleute aus der Wirtschaft und qualifizierte Einzelpersonen
wie Eltern, Senioren oder Geschäftsleute aus dem schulischen Umfeld.

Welche Kenntnisse bzw. Qualifikationen sollten Jugendbegleiter haben?

Die Tätigkeit als Jugendbegleiter erfordert eine Grundqualifikation, die neben pädagogischen
Grundkenntnissen auch organisatorische und administrative Kompetenz umfasst. Jugendbegleiter sollten
kooperationsbereit und konfliktfähig sein. Vorhandene Qualifikationen – etwa als Übungsleiter,
Gruppenleiter, als Schüler- oder Bürgermentor oder als Musikschullehrkraft – erleichtern die Tätigkeit und
können bei Bedarf ergänzt werden. Grundausbildungen und Fortbildungen können an verschiedenen
Bildungseinrichtungen im Land durchgeführt werden. Die Qualifizierung kann von den Vereinen,
Verbänden oder von den Kirchen verantwortet werden. Die Aus- und Fortbildung ist für die künftigen
Jugendbegleiter und Jugendbegleiterinnen kostenlos (vgl. Kapitel 3).

Wie lange sollte ein Jugendbegleiter an einer Schule tätig sein?

Damit die Schule und die Eltern planen können, verpflichten sich Jugendbegleiter für mindestens ein
Schulhalbjahr, an der ausgewählten Schule ihr Betreuungsangebot durchzuführen. Es ist auch möglich,
dass sich mehrere Jugendbegleiter hinsichtlich eines Angebots für diesen Zeitraum absprechen, so dass
eine Urlaubs- und Krankheitsvertretung gesichert ist. Die wöchentliche Einsatzzeit richtet sich nach dem
vereinbarten Wochenplan (entsprechend den Rahmenvorgaben der Schulleitung und des Schulträgers).

Welche ehrenamtliche Vergütung gibt es?

Die Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter sind ehrenamtlich tätig, d.h. sie erhalten lediglich eine
ehrenamtliche Vergütung. Für jede teilnehmende Schule wird bei ihrem Schulträger ein Schulbudget
eingerichtet und verwaltet, über das die Schulleitung letztverantwortlich entscheidet. In dieses
Schulbudget fließl;t der Landeszuschuss, der Anteil des Schulträgers (Städte, Gemeinden und Landkreise)
und für manche Betreuungsangebote evtl. ein Elternbeitrag sowie Sponsorengelder. Die Vergütung wird
von den Schulträgern ausbezahlt.

Wie sind Jugendbegleiter versichert?

Falls sie keinen anderen Unfallversicherungs- oder Haftpflichtversicherungsschutz besitzen, werden
Jugendbegleiter durch die Sammelversicherungsverträge des Landes für bürgerschaftlich und
ehrenamtlich engagierte Menschen in Baden-Württemberg geschützt.
Wie kann man als Schule an der Modellphase des
Jugendbegleiter-Programms teilnehmen?
Wer sich für die Teilnahme melden möchte, kann das formlos beim Ministerium für Kultus, Jugend und
Sport in Baden-Württemberg, Jugendreferat, Königstr. 44, 70173 Stuttgart, tun. Per Mail ist das bei Frau
Hein möglich: ursula.hein@km.kv.bwl.de.

Welche Modellschulen machen beim Jugendbegleiter-Programm mit?

Die Liste der Modellschulen mit Angeboten und Kontaktdaten finden Sie in Kapitel 5.5 und im Internet
unter www.jugendbegleiter.jugendnetz.de – Jugendbegleiterschulen.

Wie findet man Jugendbegleiter und Jugendbegleiterinnen in der Region?

Die Rahmenvereinbarung zum Jugendbegleiter-Programm haben rund 80 Verbände und Institutionen
unterzeichnet (vgl. Kapitel 1.1). Die Jugendbegleiter kommen in erster Linie aus deren regionalen und
lokalen Vereinen, Einrichtungen und Institutionen in den Städten und Gemeinden. Auch Einzelpersonen
im Umfeld der Schule können – in erster Linie über die Elternschaft oder Schulfördervereine -
angesprochen werden. Die Betreuungsangebote, Adressen und Ansprechpersonen dieser
Organisationen finden Sie in Kapitel 4 sowie unter www.jugendbegleiter.jugendnetz.de.
Welche Vereinbarungen sollten mit den Jugendbegleitern
getroffen werden?
Diese Frage wird in der Koordinierungsgruppe an der Schule geklärt. Die Schulleitung entscheidet
letztendlich über Art und Umfang des Einsatzes und trifft die Absprachen mit den Jugendbegleitern. Eine
Muster-Vereinbarung finden Sie in Kapitel 2.5.

Welche Themenbereiche werden im Jugendbegleiter-Programm angeboten?

Als Jugendbegleiter oder Jugendbegleiterin machen Sie Betreuungsangebote in unterschiedlichen
Bereichen: Vermitteln Sie auf interessante Weise wesentliche Bildungselemente durch Aktivitäten in
Sport, Musik, Kunst und Kultur, durch Angebote zu Wirtschafts-, Umwelt- und naturwissenschaftlichen
Themen oder durch Werte bezogene Angebote der kirchlichen Jugendarbeit. Wer spezielle soziale
Tätigkeiten wie Streitschlichterschulung, Erste-Hilfe-Kurse oder direktes soziales Engagement fördern
möchte, findet hier interessante Tätigkeitsfelder. Ebenso gefragt ist Ihre Unterstützung durch ergänzende
Betreuungsangebote wie Hausaufgabenhilfe, Aufsicht oder Mithilfe in der Schulmensa.
Wie zuverlässig ist die Betreuung durch Jugendbegleiter?
Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass ihr Kind in der von der Schule garantierten Zeit
zuverlässig betreut wird. Aber auch die Jugendbegleiter müssen sicher sein können, dass Ihre Gruppe mit
Schülerinnen und Schülern zuverlässig in jede Betreuungsstunde kommt. Zur Garantie der
Zuverlässigkeit gehören also beide Seiten: Zum einen wählen die Eltern mit ihrem Kind
Betreuungsangebote aus, an dem das Kind dann konsequent mindestens ein Schulhalbjahr lang
teilnimmt. Zum anderen garantieren die Jugendbegleiter zusammen mit der entsendenden lokalen
Institution und der Schule, dass das Betreuungsangebot zuverlässig über ein Schulhalbjahr stattfinden
wird. Dies kann auch durch Team- oder Vertretungslösungen sichergestellt werden.

Sind die Nachmittagsangebote der Jugendbegleiter verpflichtend?

Nein, die Angebote sind von Eltern und ihren Kindern frei auswählbar. Auch wenn Ihr Kind auf eine
Modellschule geht, entscheiden Sie, wie viele Nachmittagsangebote Ihr Kind wahrnimmt. Nach Ablauf
eines Schulhalbjahres wird neu ausgewählt und Sie können Ihren möglicherweise veränderten
Bedürfnissen nach Ganztagesbetreuung Rechnung tragen.
Sollen die Jugendbegleiter die Lehrkräfte ersetzen?
Nein, die Jugendbegleiter machen ein über den klassischen Unterricht hinausgehendes Angebot. Die
Jugendbegleitung wird nicht vorrangig auf den Erwerb rein inhaltlichen Wissens abzielen, sondern durch
vielfältige, teilweise ganzheitliche oder erlebnisorientierte Lernformen die gesunde Entwicklung von
Kindern und Jugendlichen unterstützen. Wichtig ist: Das Angebot darf auch Freizeitcharakter haben,
Spaßl; machen und entspannen.
Das Jugendbegleiter-Programm ist somit ein ergänzender Baustein im Ausbau der bedarfsorientierten,
flächendeckenden Ganztagesschule.