Gefahren des Internets

Förderverein des Tausgymnasiums bot Vortrag für Interessierte an.

Egal ob Apps, Online-Shopping, E-Mail-Verkehr oder das Planen einer Route im World Wide Web – auf die Verbraucher lauern viele Gefahren, derer man sich oftmals gar nicht bewusst ist. Um genau dieses Bewusstsein zu wecken und mögliche Gefahrenquellen aufzudecken, hat der Förderverein des Gymnasiums in der Taus zu einem Vortragsabend zum Thema „Gefahren des Internets/ Mediensucht“ eingeladen.

Was für jeden von uns alltäglich ist, kann bei Unachtsamkeit zum Problem und zur Kostenfalle werden. Referent Klaus Ebner vom Polizeipräsidium Aalen stellte erschreckende Daten vor: 2 Milliarden Smartphones weltweit, 10 Milliarden Internetseiten, 85% Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren haben einen Internetzugang – es gibt keine Grenzen. Trotz umfassender Kontrollen der Polizei entstehen jeden Tag neue fragwürdige Internetseiten, deren Sperrung einige Tage oder Wochen, teilweise sogar Monate in Anspruch nehmen kann. Jeder Jugendliche hätte theoretisch Zugang zu jeder dieser Seiten. Doch das Offensichtliche wie etwa Sexualdelikte oder Seiten mit verfassungsfeindlichen Inhalten sind meist gar nicht das Hauptproblem, wie Klaus Ebner mit einer Statistik der Polizeidirektion Waiblingen aus den Jahren 2013/2014 bewies. Lediglich 32 der insgesamt 850 Fälle im Rems-Murr-Kreis bezogen sich auf Sexualdelikte, den weitaus größeren Anteil hatten Betrugsfälle mit 553 registrierten Vergehen. Jeder 2. Nutzer ist schon Opfer von Internetkriminalität geworden, was einen Schaden von insgesamt 290 Mrd. Euro jährlich in der EU anrichtet. Wie vielfältig dabei die Methoden der Betrüger sind, zeigte Klaus Ebner am Beispiel eines Routenplaners im Netz, der auf den ersten Blick kostenlos erschien, mit dem aber der Nutzer einen dreimonatigen Vertrag abschloss und Kosten von ca. 60 Euro begleichen musste. Üblich bei diesen Seiten war auch der Hinweis auf ein Inkassobüro bei Nichtbegleichung der Rechnung. Hier wies der Referent mehrfach darauf hin, dass man bei solchem Vorgehen keinesfalls bezahlen und sich direkt an die Polizei wenden soll, da es sich um rechtswidrige Methoden handle. Dass sich ähnliche Abo-Fallen auch hinter dem scheinbar günstigen Angebot von gratis Musik-Downloads verstecken, bei denen man teilweise bis zu 20 Euro monatlich bezahlen muss, öffnete auch den letzten Zuhörern die Augen.
Die Wichtigkeit, dass Eltern ihre Kinder vor diesen Gefahren schützen und auch Jugendliche selbst achtsamer im Umgang mit dem Internet sein sollen, bildete den Abschluss des Vortrages. Internetverbot als Strafe hielt Klaus Ebner für genauso unangebracht, wie generelles Smartphoneverbot, da Medien damit für Kinder noch wichtiger werden würden. Dass Eltern allerdings den Gebrauch der digitalen Medien beschränken und darauf achten sollen, welche Spuren ihr Kind im Netz hinterlässt, hielt er für notwendig und unabdingbar. Denn nur durch sicheren Gebrauch und das Erlernen des richtigen Umgangs können Betrugsfälle in Zukunft eingedämmt werden. Virenprogramme, Kinderschutzsperren, Benutzungsregeln und Internet-freie Zeiten sind dabei ebenso wichtig wie ein eingeschränktes Smartphone für Kinder unter 12 Jahren.