„Facebook ist Stasi auf freiwilliger Basis“

Polizist Gerd Raichle informierte Schüler des Tausgymnasiums über Gefahren im Internet
BACKNANG. „Wo ich herkomme, seht ihr?“, so begann der Polizist Gerd Raichle seinen Vortrag am Gymnasium in der Taus zum Thema Gefahren im Internet. Darüber berichten Franka Matena, Nicole Kronmüller, Katja Lontke (Klasse 8d) von der Presse-AG der Schule:

Die Klasse 8c wurde gemeinsam mit ihren Lehrern Ulrich Mangold und Yvonne Ackerer über das Problem Cybermobbing informiert. Zuerst stellten sich die Fragen „Was ist Gewalt?“ und „Ist Mobbing strafbar?“. Da die Definition von Mobbing nicht klar war, wurden die Schüler über die Bedeutung aufgeklärt. Der Klasse wurde aufgezeigt, dass dies ein sehr ernstes und aktuelles Thema ist und schlimme Folgen nach sich ziehen kann. Gerd Raichle forderte die Schüler auf, sich in die Lage eines Mobbingopfers hineinzufühlen. Vielen Mädchen und Jungen viel das schwer.

Er erzählte den Schülern über die verschiedenen Arten des Mobbings und über seine eigenen Erfahrungen als Polizist. Gerd Raichle ist seit 25 Jahren Jugendsachberater an der Polizeistelle Backnang, und deshalb kann er aus eigener Erfahrung sagen: „Die Statistiken sagen, dass die Kriminalitäten und Gewaltakte zurückgegangen sind. Aber Statistiken sind da, um gefälscht zu werden.“

Seine Computerpräsentation setzte er mit einer Umfrage fort. Er fragte, wer alles in einem sozialen Netzwerk angemeldet ist. Fast die ganze Klasse meldete sich, was den erfahrenen Polizisten nicht erschreckte. Durch Beispiele zeigte er, wie öffentlich soziale Netzwerke (Facebook) sind, und nannte wichtige Informationen zu den Strafen bei Cybermobbing. Was die Klasse nicht erwartet hätte, war, dass hauptsächlich Mädchen Mobbing betreiben. Er erzählte auch von einem Fall, der zum Schulverweis geführt hat. Die Klasse war sichtlich erschrocken. Raichle machte mit der Gesetzeslage bei verbaler Gewalt weiter. Die Schüler wollten mehr wissen, beteiligten sich und stellten Fragen, die der Polizist gerne und ausführlich beantwortete.

Abschließend meinte Raichle, man sei nicht anonym im Internet, und man hinterlässt Spuren. Er betonte auch, dass man aufpassen solle, was man in sozialen Netzwerken schreibe, denn „Facebook ist Stasi auf freiwilliger Basis“. Er nannte ebenfalls schlimme Folgen von „Partybildern“, was die Schüler deutlich zum Nachdenken brachte. Man kann festhalten, dass die Klasse sehr viel zum Thema Mobbing im Internet gelernt hat und sich in Zukunft mehr Gedanken zum Verhalten in sozialen Netzwerken machen wird.