Das Bauen am europäischen Haus geht weiter

Gymnasium in der Taus arbeitet im europäischen Lernnetzwerk – Schüleraustausch, Bogy im Ausland und Comenius-Projekt

Das Gymnasium in der Taus in Backnang arbeitet erfolgreich im europäischen Lernnetzwerk. Verschiedene Sprachen lernen, die Arbeitswelt in anderen Ländern kennenlernen und im Comenius-Projekt international an Ökothemen arbeiten, das sind einige Beispiele dafür.
BACKNANG (pm). Ein Blick zurück: Paris, 9. Mai 1950, ein Meilenstein im Nachkriegseuropa – an diesem Tage hielt der französische Außenminister Robert Schuman eine Rede, in der er seine Vision zur politischen Zusammenarbeit in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg vorstellte. Die sogenannte Schuman-Erklärung gilt inoffiziell als Geburtsstunde der Europäischen Union. Auch die Europawoche Anfang Mai erinnert an dieses denkwürdige Ereignis. Heute: Schumans Traum ist Wirklichkeit geworden. Ein Europa ohne Krieg und Grenzen, eine gemeinsame europäische Währung, freies Niederlassungsrecht und freie Jobwahl sind heute europäischer Alltag. Viele Schüler, Auszubildende und Studenten suchen einen Ausbildungs- oder Studienplatz im europäischen Ausland.

„Die Verwirklichung der Ideen eines europäischen Hauses und das konstruktive und innovative gemeinsame Lernen im Team stellt Pädagogen in Europa und am Gymnasium in der Taus vor immer neue Herausforderungen. Chiavari, Codigoro, Barcelona, Chelmsford, Annonay, Chemillé, Duddlenheim, Ljutomer, Gorzów, Oulu, Liminka, Utajärvi und Vaala sind nicht nur Städte- und Gemeindenamen auf der europäischen Landkarte, sondern Partner des Gymnasiums in der Taus im europäischen Lernverbund“, erklärt der Schulleiter, Oberstudiendirektor Dr. Reinhard Ortwein. Er führt dabei drei aktuelle Beispiele an:

Verschiedene Sprachen lernen: Beispiele dafür sind der regelmäßige Schüleraustausch mit Frankreich, Spanien, Großbritannien und der Euroregion Oulu in Finnland.

Die Arbeitswelt kennenlernen: Das Bogy-Projekt (Berufsorientierung an Gymnasien) gibt den Schülern die Möglichkeit, die Arbeitswelt in Europa zu erkunden. „Ich kann nur jedem empfehlen, der etwas Interesse an der Luftfahrt hat und seine englischen Sprachkenntnisse trainieren möchte, auch ein Bogy-Praktikum am Flughafen Oulu zu machen“, schrieb der Tausschüler Nico Hjordt in seinem Bericht.

Miteinander in Europa lernen: Im europäischen Comenius-Lernnetzwerk Biodiversität und ökologische Ökonomie in Naturlandschaften (kurz: Bon) arbeiten Schulen aus Codigoro (Italien), Utajärvi und Vaala (Finnland) mit dem Tausgymnasium im Bereich Naturwissenschaften und Geografie aktiv zusammen.

„Am 8. Mai findet in Codigoro dieses Projekt mit einer feierlichen Erklärung seinen Abschluss“, so der Leiter des Projekts, Studiendirektor Volker Lauer. Darin verpflichten sich die Teilnehmer, die naturwissenschaftlich und pädagogisch orientierte Kooperation weiter fortzuführen und die dadurch entstandenen Synergieeffekte weiter zu nutzen sowie durch Fremdsprachen und durch den Schüler- und Lehreraustausch weiterhin am europäischen Haus mitzuarbeiten und durch die Einbeziehung der gesamten Schulgemeinde den Prozess eines Europas für die Menschen zu fördern.