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Harmonische deutsch-finnische Klangfülle

Deutsch-Finnisches Konzert

Schüler des Oulun lyseo Oulu (Finnland) und des Backnanger Gymnasiums in der Taus boten in der fast überfüllten Stiftskirche ein beeindruckendes Konzert. Die Gäste weilten eine Woche in der Stadt. Sie erwiderten den Besuch Backnanger Schüler in Oulu im Herbst 2008.

BACKNANG (pm). Studiendirektor Volker Lauer eröffnete den Abend mit einer Begrüßung auf Deutsch und auf Finnisch. Damit unterstrich er launig den besonderen Charakter des folgenden Konzerts. Bereits zu Beginn wollte der Strom der bunt gekleideten Kinder, die zu den im Chorraum aufgebauten Podesten strömten, kaum abreißen. Der Unterstufenchor unter Leitung von Angela Westhäußer-Kowalski bot bereits beim Einzug ein pfiffiges Bild: Adam, Eva oder Schlange war auf den Shirts der Kinder zu lesen und tatsächlich gaben sie in der Popkantate „Adam in Eden“ von Michael Hurd eine schwungvolle Erklärung dafür, warum die Geschichte damals im Paradies nicht wie vorgesehen funktionierte. Die Begeisterung der jungen Sänger war ihnen ins Gesicht und auf die Stimmbänder geschrieben und steckte die zahlreichen Besucher schnell an. Wunderbar begleitet wurden der junge Chor von Dietrich Westhäußer-Kowalski am Klavier. Zahlenmäßig kleiner, aber von beeindruckender Klangfülle präsentierte darauf das Gastensemble finnische Folklore. Glockenklar schwebten nahezu sphärische Klänge durch das Kirchenschiff. Begleitet von Trommeln, Gitarre, Klavier oder a cappella wurde der Variantenreichtum in der finnischen Folklore deutlich. Immer wieder traten einzelne Gruppen des Chores nach vorn und präsentierten in kleiner Runde, aber nicht minder eindrucksvoll einen Beitrag, der die Zuschauer gefangen nahm. Das Stück beispielsweise, das als Lied beim Kartoffelschälen angekündigt wurde, ließ ahnen, dass dies wohl keine triste Angelegenheit gewesen sein mochte. Begeisterter Applaus war der Dank für den finnischen Chor und dessen Leiterinnen Pienihäkkinen und Junnilainen.

Nun war es Zeit für das Kammerorchester des Gymnasiums in der Taus, sich zu versammeln. Rein und kraftvoll erklang das Konzert für zwei Violinen in a-Moll von Antonio Vivaldi. Die Solistinnen Sabrina Stäudle und Melanie Mayer zeigten virtuos, dass auch schwierige Läufe locker und leicht ertönen können. Mit Einfühlungsvermögen und Taktgefühl wurden sie vom Kammerorchester unter Leitung von Dietrich Westhäußer-Kowalski unterstützt – ein harmonisches Vergnügen für alle Anwesenden.

Es folgte der Aufmarsch des großen Chors, der mühelos sämtliche Podestplätze belegte. Das Gospeloratorium „Prince of Peace“ von Ralf Grössler stand auf dem Programm. „Come, come to us“ erklang es zunächst tief und voll von den Männern im Chor, bevor Alt und Sopran klangvoll einstiegen. Die Chormitglieder zeigten auch bei den folgenden Stücken, dass sie in der Lage sind, miteinander zu musizieren. Die Solistinnen Ramona Moser, Ann-Christin Zimmermann und Corinna Schwozer schafften es, ihren Stücken die gewisse Note zu geben und den Chor wie ein Begleitinstrument einzusetzen. Viel Schwung bewies auch der junge Viktor Soos, ein Ausnahme-Talent, das die virtuose Begleitung am Klavier übernommen hatte.

Was dann folgte, ließ manchem Besucher wohlige Schauer über den Rücken laufen. Der große Chor stand noch, als sich der finnische und der Unterstufenchor hinzugesellten und zusammen mit dem Kammerorchester eine gewaltige Gruppe von fast 200 Mitwirkenden bildeten. Gemeinsam trugen sie „Hey you“ von Madonna vor und erzielten dabei ein selten gehörtes Klangvolumen. Der Gemeinschaftschor setzte einen bemerkenswerten Schlusspunkt hinter einen gelungenen Abend zur Völkerverständigung.

Quelle: bkz-online.de vom 14.5.2009