80 Oldtimer angemeldet, 160 kamen

Außergewöhnliches Schulprojekt "Jazz meets Classics" am Gymnasium in der Taus wurde zu außergewöhnlichem Erfolg

Für Oldtimer-Fans schulg am Wochenende das Herz höher. Faszinierende Klassiker-Fahrzeuge versammelten sich auf dem Gelände des Gysmasiums in der Taus. Ein Schulprojekt, bei dem die Anzahl der Teilnehmer fast doppelt so groß war, als ursprünglich erwartet.

Von Claudia Ackermann:

Backnang "Jazz meets Classics", war das Motto des Projekts, das im Rahmen des Fächerverbunds Naturwissenschaft und Technik am Tausgymnasium veranstaltet wurde. Schüler hatten sich mit Oldtimer-Besitzern in Verbindung gesetzt, sich über die Fahrzeuge informiert und die Halter mit ihren Sammelstücken zu "Jazz meets Classics" am Samstag eingeladen. Musik des Unterstufenorchesters unter Leitung von Katrin Kurz und der Bigband unter Leitung von Philipp Kamprath-Scholz umrahmten die Oldtimer-Schau mit Musikstücken aus den 50er und 60er- Jahren, aus denen ein Großteil der präsentierten Fahrzeuge stammt. Technick im großen Stil an die Schule zu holen, war die Grundidee für dieses Projekt, das von Günter Denninger und seiner Frau Dorothee, beide Lehrer am Gymnasium in der Taus, initiiert wurde. Das Lehrerpaar besitzt selbst Oldtimer. "Die Kooperation und Beteiligung der Fahrzeug-Besitzer am Schulprojekt war überwältigend", freute sich Günter Denninger.

In der Vorbereitung ging es um Informationsgespräche, die die Schüler führten. Bei "Jazz meets Classics" schnauften dann die altehrwürdigen Karossen in Scharen zur Schule, blitzeblank gewienert, darunter wahre Augenweiden und kostbare Raritäten. Auch Harro Höflingers Leidenschaft sind Oldtimer. Gleich mit fünf edlen Gefährten reiste er an. Darunter ein Mercedes 630 Kompressor, aus dem Jahr 1928, der wohl das älteste Automobil bei der Schau war. Weltweit gibt es noch acht oder zehn Exemplare dieses Fabrikats, weiß der Besitzer. Ein anderer seiner Oldtimer, ein Mercedes Cabriolet aus dem Jahr 1952, gehörte einst dem Gouverneur von Belgisch Kongo, berichtete er. Das älteste Fahrzeug bei der Schau war ein Motorrad (D-Rad) mit Seitenwagen, aus dem Jahr 1925. Ebenfalls mit fünf Oldtimern rückte Uwe Schönberger an. Er hat ein Faible für amerikanische Marken, wie Plymouth, Baujahr 1962, ein Polizeiwagen, der in Kalifornien im Einsatz war. Auch Feuerwehrwagen, wie ein Löschgruppenfahrzeug aus dem Jahr 1939, das das Feuerwehr-Museum Stuttgart zur Verfügung stellte, oder Kaelble-Lastwagen aus dem frühen 60er-Jahren wurde präsentiert. Vom For Taunus 17 M, der so genannten Badewanne, ein Glas GT 1300 aus dem Jahr 1968, vom frühen Hersteller des Gogomobils, bis hin zum Porsche 911 oder einem Cadillac von 1969 reichte die Palette. Gerne gaben die Besitzer Auskünfte, und die Schüler der 9. Klasse informierten die Besucher über die einzelnen Oldtimer, mit denen sich im Rahmen des Projekts beschäftigt hatten. Die Abiturentenklassen halfen beim Einwesen und Registrieren der Fahrzeuge, und der Elternbeirat sorgte für Bewirtung.

Als "gelungene Symbiose von Musik und Technik" bezeichnete Schulleiter Dr. Reinhard Ortwein die Veranstaltung. Bürgermeister Michael Balzer zeigte sich begeistert von den Fabrikaten "im Gegensatz zu heutigen weiche gespülten Formen". Zunächst hatten sich knapp über 80 Teilnehmer angemeldet. Nach der Endzählung stand fest, dass es insgesamt rund 160 Autos, Motorräder und Lastwagen waren. Der Platz auf dem Schulhof und Parkplatz reichte nicht aus. Rund um die Schule fühlte man sich zurückversetzt in Zeiten, als Autos noch Ecken und Kanten hatten.

 

  © bkz-online.de vom 15.6.2009