Sport und Musik zur Feier des Tages

Organisatoren und Paten des Projekts
Foto: privat

Gymnasium in der Taus wird Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage – Titel gilt als Auftrag und Verpflichtung – „Fußball überwindet Grenzen“

Das Gymnasium in der Taus ist Backnangs erste Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage. Rund um die Titelverleihung gab es ein großes Fest mit Fußballturnier im Karl-Euerle-Stadion und musikalischen Beiträgen.


Von Armin Fechter

BACKNANG. Die Sonne lacht, und die Scharen strömen: gleich zwei gute Omen für den Tag, an dem das Tausgymnasium in das große Netzwerk aufgenommen wird. Es herrscht entspannte Stimmung bei Salaten und alkoholfreien Cocktails, als Moderator Stefan Orner von Das Ding am Mikrofon auf das Motto „Fußball überwindet Grenzen“ eingeht.

Dann schlägt der dunkelhäutige Sanoj Abraham, der selbst immer wieder mit Rassismus konfrontiert wird, ernste Töne an: „Rassismus ist absolut unnötig“, ruft er den jugendlichen Zuhörern entgegen. Der Sänger der Band Die Dicken Kinder, der in Backnang zur Schule gegangen ist, hat die Aufgabe eines Paten übernommen. Als solcher will er dazu beitragen, dass das Projekt Erfolg hat. Im Auge hat er dabei vor allem das nächste große Vorhaben, eine Bandnight. Unterstützung leistet auch der zweite Pate, der Radiosender Das Ding. Das multimediale Programm des Südwestrundfunks (SWR) will die Backnanger Aktionsgruppe ein Jahr lang begleiten. Wie der stellvertretende Redaktionsleiter Jan-Philippe Schlüter sagt, ist unter anderem ein Workshop und eine Sendung direkt vom Schulhof geplant. Mobbing und Diskriminierung sind wiederkehrende Themen beim Sender, „Leute werden gedisst“, deshalb: Je mehr Leute über die Verletzungen nachdenken, die damit angerichtet werden, umso besser sei’s.

Den Stein am Tausgymnasium ins Rollen gebracht hat Micha Kuschnertschuk. Der angehende Abiturient war Schülersprecher und hat im Kontakt mit anderen Schülervertretern von dem Netzwerk erfahren. Er suchte Mitstreiter und setzte vor einem Jahr zusammen mit Elvira Bergen und Joanna Michailidou eine Unterschriftensammlung in Gang, bei der es 75 Prozent der ganzen Schulgemeinde zu mobilisieren galt. Zusätzliche Infos lieferten Schüler des Weissacher Bildungszentrums, das bereits den Titel einer Schule ohne Rassismus trägt. Geholfen haben aber auch Schülersprecherin Celina Schmidt und Lehrer wie Ulrich Mangold und Elena Klausenburger. Michas Hoffnung, dass sich dem Netzwerk noch weitere Backnanger Schulen anschließen, scheint sich bald zu erfüllen: Am Max-Born-Gymnasium besteht Interesse.

Die Verleihung des Titels stellt freilich keine Auszeichnung für eine vollbrachte Leistung dar, wie Backnangs Erster Bürgermeister Michael Balzer, der den offiziellen Akt vornahm, und Schulleiter Dr.Reinhard Ortwein unterstreichen. Es handle sich vielmehr um eine Verpflichtung und den Auftrag, einen hehren Gedanken mit Leben zu erfüllen. Zu den Gratulanten gesellt sich auch Elternbeiratsvorsitzende Andrea Blum mit der Parole: „Keine Macht der Gewalt!“

Das Fußballturnier Backnanger Schulen und des Bildungszentrums endet dann mit einem Sieg fürs Tausgymnasium, dessen Team im Finale gegen das Max-Born-Gymnasium gewinnt. Im Spiel um Platz drei siegt die Schickhardt- gegen die Max-Eyth-Realschule. Der Fairnesspokal geht an die Talschule.

Musikalische Beiträge junger lokaler Bands und eine Einlage der Tanzgruppe Gettin’ Craz’d runden den Tag ab

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Quelle: BKZ vom 05.10.2009