Mit jugendlichem Elan und persönlicher Motivation

Tausgymnasiasten bedrucken T-Shirts und organisieren Veranstaltungen – Zwölftklässler stellten ihre beiden Übungsfirmen vor

„Hot Surface“ und „Eleven Event“ heißen die beiden Schülerunternehmen am Gymnasium in der Taus, die am Mittwochabend ihre erste Vollversammlung abhielten. Schüler der Jahrgangsstufe zwölf präsentierten vor Eltern, Lehrern und Investoren die Geschäftskonzepte.

Adrett gekleidet als selbstbewusster Vertreter eines großen Ganzen: Präsentation der Übungsfirmen „Hot Surface“ und „Eleven Event“. Foto: A. Wahl

Adrett gekleidet als selbstbewusster Vertreter eines großen Ganzen: Präsentation der Übungsfirmen „Hot Surface“ und „Eleven Event“. Foto: A. Wahl

 

Von Cornelia Ohst

BACKNANG. Wie man mit jugendlichem Elan und persönlicher Motivation unternehmerischen Aufgaben gerecht wird, das demonstrierten die Schüler eindrucksvoll. Robin Dannhauer, Geschäftsführer der Schülerfirma „Hot Surface“, die sich mit dem Bedrucken von T-Shirts und Etiketten befasst, stellte mit Stolz in der Stimme seine Funktion, aber auch die seiner Mitarbeiter vor. So gibt es Verantwortliche für die Bereiche Finanzen, Verwaltung oder Technik. Der 18-Jährige ist sehr froh, „dass ich die Unterstützung meiner Mitarbeiter habe“, wie er im Interview mit unserer Zeitung bekennt. „Ich habe schon immer gerne Verantwortung übernommen“, sagt der junge Mann, der bereits auf gute wie schlechte Erfahrungen zurückblicken kann, die er in der Zeit als Führungskraft seit dem 8. Oktober gesammelt hat. „Wir lernen genau, wie es in der Wirtschaft zugeht, aber es ist nicht immer leicht, die Mitarbeiter zu motivieren“, fügt Robin hinzu.

Mittlerweile jedoch hat der Schüler ein Gespür dafür entwickelt, welche Talente und Schwerpunkte seines Personals er sinnvoll einsetzen kann. Seine berufliche Zukunft allerdings sieht Robin, der wie seine Schülerkollegen auch, den vierstündigen Wirtschaftskurs belegt hat, nicht als Führungskraft in der freien Wirtschaft, sondern vielmehr als Soldat.

Vielfach mit adretten Anzügen und Kleidern stehen die jungen Leute vor ihrem Publikum und sehen sich als selbstbewusste Vertreter eines großen Ganzen. Auch auf die Außendarstellung kommt es an, das wissen sie mittlerweile und so präsentiert Maximilian Eppler etwa die Abteilung Marketing, deren Werbeerfolgskonzept hauptsächlich auf Mund-zu-Mund-Propaganda aufgebaut ist. „Wir tragen unsere T-Shirts auch selbst und hoffen, viele Mitschüler damit anzusprechen“, verrät er dem Publikum.

„Einen Auftrag von 60 Shirts haben wir schon“, freut sich der Marketing-Leiter. Soziale Netzwerke, Homepage-Auftritte, Plakatwerbung und Visitenkarten sind außerdem obligatorisch, um sich am Markt zu etablieren, erfahren die Zuhörer. Außerdem ist in Kürze eine Modenschau in der Schule geplant.

Offensive Events sind auch von der Firma „Eleven Event“ geplant. Weil die Schülerzahl im Fach Wirtschaft so umfangreich ist, wurden in diesem Schuljahr gleich zwei Schülerfirmen gegründet. „Eleven Event“ ist im Bereich Veranstaltungs- und Eventmanagement tätig. Die Mitarbeiter sind hoffnungsvoll, was ihr Engagement betrifft, um auf sich aufmerksam zu machen. Die stellvertretende Marketingleiterin, Fiona Reh etwa, freut sich auf die verschiedenen Mini-Spaß-Events, die in den Pausen der kommenden Wochen stattfinden werden, wie das Mohrenkopf-Essen oder der Papierflieger-Wettbewerb. Einen besonderen Spaß verspricht der Band-Contest im März zu werden, der voraussichtlich im „Merlin“ und im Billard-Sportzentrum stattfinden wird. Darüber hinaus ist eine Beachparty geplant.

Beide Schülerunternehmen waren mit Unterstützung der Junior g GmbH, einem gemeinnützigen Projekt des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln, ins Leben gerufen worden.

Gäste an diesem Präsentationsabend, wie Albrecht Grimmer von der Steuerberatungsgesellschaft RTS, der an diesem Abend auch einen Bildungsvertrag mit der Schule unterzeichnet, welcher Expertenvorträge und Infoveranstaltungen vorsieht, ist begeistert von der professionellen Präsentation der jungen Leute. Sein anerkennendes Resümee für die Schüler lautet: „Ich frage mich allmählich, wer da wohl die Experten sind.“

 

BKZ: 15.01.2010