„Eine Sau kann man schätzen, eine Wahl nicht“

Er ist in einer kommunalpolitisch sehr aktiven Familie aufgewachsen, wollte aber dennoch Fußballspieler beim VfB werden. Heute spielt er Fußball mit seinen zwei Söhnen und beschäftigt sich auch sehr gerne mit  Landes- und Stadtgeschichte. Nach einem langen Arbeitstag im Rathaus freut er sich auf einen schwäbischen Zwiebelrostbraten mit Spätzle und im Sommer wirft er gerne mal einen Blick vom Backnanger Stadtturm.

Wir haben uns mit dem Backnanger Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper getroffen, um mit ihm über die gewonnene Wahl und sein Amt zu reden. Folgende Themen haben wir im Interview angesprochen:

Wie gefällt Ihnen ihr Beruf?

Ich bin sehr gerne Oberbürgermeister, auch wenn das Amt mit einer Arbeitszeit mit sicherlich mehr als 60 Stunden verbunden ist. Einer meiner Söhne war im Alter von vier Jahren der Meinung, dass ich im Rathaus wohne. Trotz aller zeitlicher Belastungen begleitet mich meine Familie in dieser Funktion mit Freude. Das Schöne an meinem Beruf ist die Vielfältigkeit, ist der Kontakt mit den unterschiedlichsten Menschen und der auch in Zeiten der Finanzkrise immer noch beträchtliche Gestaltungsspielraum.

Ist es denn nicht schwer, diesen Beruf auszuüben? Haben Sie keine Kritiker?

Ja sicherlich, das macht doch gerade Reiz und Herausforderung dieses Berufes aus. Natürlich bin ich hin und wieder auch Kritik ausgesetzt, manchmal ist diese leider auch unsachlich und unberechtigt. Konstruktive Kritik ist mir jedoch jederzeit willkommen und ich versuche sofort darauf zu reagieren. Wir alle müssen täglich an uns arbeiten und auch ein Oberbürgermeister ist nicht perfekt!

Anhand der Wahlergebnisse kann man sehen, dass Sie immer noch viel Unterstützung aus der Backnanger Bevölkerung erhalten. Wie sehen Sie die Wahl im Rückblick? War das Ergebnis überraschend für Sie?

Für die Vorhersehbarkeit von Wahlen gibt es einen bekannten schwäbischen Spruch: „Eine Sau kann man schätzen, eine Wahl nicht“ – dies gilt erst recht dann, wenn man selbst Bewerber ist. Mein Mitbewerber hat eine demokratische Auswahl ermöglicht. Es war jedenfalls ein großartiges Gefühl, wiedergewählt zu werden!

Welche Pläne und Projekte wollen Sie nun in Ihrer zweiten Amtsperiode verwirklichen? Und was wollen Sie konkret für die Backnanger Schulen tun?

Das größte Bauprojekt im Jahr 2010 ist die Sanierung des Max-Born-Gymnasiums mit rund 3,7 Millionen Euro. Außerdem wollen wir sobald als möglich mit der dringend nötigen Sanierung der Sporthalle des Taus-Gymnasiums beginnen. Backnang soll attraktiver werden durch die Neugestaltung der Bleichwiese, durch die Verwirklichung des Vorlesungsstandorts der Dualen Hochschule (Berufsakademie), durch die Umsetzung des S-Bahn-Ringschlusses Marbach-Backnang und die Realisierung des B14-Anschlusses Backnang-Mitte. Weitere wichtige Projekte sind die Schaffung einer leistungsstarken Gesundheits­versorgung und der Einsatz gegen soziale Missstände sowie Kriminalität in unserer Stadt.

Ich bin der Auffassung, dass wir in den vergangenen 8 Jahren viel gemeinsam für Backnang „g`schafft“ und erreicht haben. Ich räume aber auch bereitwillig ein, dass wir in den vergangenen 8 Jahren nicht alles erreicht haben, was wir uns vorgenommen haben. Gerade auch deswegen bin ich ein weiteres Mal für Backnang angetreten. Ich trete für weitere 8 Jahre an, um bereits Angestoßenes zu vollenden, um nicht Erreichtes zu erreichen und natürlich auch um Neues zu bewegen.

Presse AG              Pia Emmrich 11c, Lara Heinisch 11b