Durchbruch mit einfachstem Gerät

Schüler des Tausgymnasiums brachten kleinen Forschungsauftrag der Firma Lorch Schweißßtechnik erfolgreich zum Abschluss

Backnang (pm). Einfach genial und dabei genial einfach ist eine Montageschablone für elektronische Bauteile, die Schüler des Gymnasiums in der Taus als Resultat eines kleinen Forschungsauftrags bei der Firma Lorch Schweißtechnik in Auenwald während ihrer Abschlusspräsentation im Hause Lorch vorstellten.

Monatelang hatten Franziska Mohr, Julia Weinmann, Verena Belz, Axel Bauer und Jakob Rosenbauer getüftelt, geplant, probiert und wieder verworfen. Das Problem war eigentlich ganz simpel. Mit zwei Schrauben werden elektronische Schalter, sogenannte Mosfets, im Herzen der von Lorch hergestellten Schweißgeräte auf einem großen Aluminiumblock, dem Kühlkörper, befestigt. Dabei brauchte es bisher drei Arbeitsgänge: Erste Schraube ansetzen, zweite Schraube ansetzen und festdrehen, dann schließlich die erste Schraube festziehen. Zog man die erste Schraube fest, drehte sich das Bauteil mit, und der Arbeitsschritt war unterbrochen. Die Herausforderung war nun, die Mosfets so zu halten, dass die Befestigung in zwei Schritten erfolgen konnte.

Gewaltige Apparaturen wurden diskutiert. Druckluftzylinder sollten die Bauteile auf den Kühlkörper pressen, Gummikeile sie am Verdrehen hindern, und Deckplatten über Montageschächten sollten beim Schrauben festen Halt geben. Am Endpunkt der Entwicklung stand eine wirklich genial einfache Aluminiumschablone mit abgewinkelten Kanten und sorgfältig ausgefeilten Löchern für die einzusetzenden 13 Bauteile, die lediglich auf den Kühlkörper aufgelegt werden muss. Mithilfe dieser Vorrichtung, welche die Mosfets sicher am Verdrehen hindert, konnten diese tatsächlich in nur noch zwei Arbeitsschritten montiert werden. Der Lohn der Mühen, 16 Sekunden Zeitersparnis im Praxistest in der Produktion je bestücktem Kühlkörper, nimmt sich zunächst bescheiden aus. Hochgerechnet auf die Jahresproduktion summiert sich der Ertrag jedoch auf mehrere Arbeitstage eines Mitarbeiters. Die Neuentwicklung ist so durchschlagend, dass sie voraussichtlich bereits ab September in der laufenden Produktion eingesetzt wird. Zum erfolgreichen Abschluss des Projekts gehört freilich nicht nur eine Idee und ein Prototyp. Die Schüler mussten ständig ihre Arbeit protokollieren und am Ende eine umfangreiche Dokumentation erstellen. Darüber hinaus galt es, ihre Arbeit vor zahlreichen Firmenangehörigen aus Geschäftsleitung, Entwicklung, Arbeitsorganisation und -vorbereitung sowie der Produktion zu präsentieren. Insgesamt ein nicht zu unterschätzender Stress zum Schuljahresende. Diese Art von Schüler- und Studentenprojekten ist im Institut für chemische Technologie in Pfinztal-Berghausen bei Karlsruhe entstanden. Die dort ansässige Theoprax-Stiftung hat bisher um die 600 solcher Theoprax-Projekte in der ganzen Bundesrepublik betreut. Nähere Informationen dazu finden sich unter www.theo-prax.de.