Multinationaler Spaß im Taus-Gymnasium

Hatten einen großen Anteil am Sieg ihres Landes: Islands Trolle.Foto: J. Fiedler

Länderspiel im Taus-Gymnasium – Menschenrechte waren ein zentrales Thema Ein großer Erfolg war das Länderspiel im Gymnasium in der Taus. Die begeisterten Schüler zeigten viel Kreativität und Interesse bei der Umgestaltung der Klassenräume in Länder dieser Welt. Sie präsentierten nicht nur die Kulturen und Bräuche der jeweiligen Länder, sondern informierten auch über die Menschenrechtssituation.

BACKNANG (nf/ea). Zum Länderspiel hatte das Gymnasium in der Taus eingeladen. Jede Klasse verwandelte ein Klassenzimmer in ein ihr per Los zugeteiltes Land. Insgesamt waren 25 der weltweit rund 200 Staaten präsentiert worden. In den liebevoll umgestalteten Räumen konnte man landestypisches Essen probieren, Tänzen zusehen oder einfach nur der passend gewählten Musik lauschen. Obendrein wurden traditionelle Sportarten vorgestellt. Um geografische Unterteilungen zu schaffen, war das Schulhaus durch die Zuordnung zu den verschiedenen Kontinenten strukturiert, wobei jedes Stockwerk einen Kontinent darstellte. Unter dem Motto „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ wurde das Projekt von der SMV sowie den Lehrern Uli Mangold und Elena Klausenburger organisiert. Die Gestaltung der Klassenzimmer war sehr vielseitig und zeigte die Kreativität der Schüler: Island stellte einen selbst gebastelten Vulkan in den Mittelpunkt, die Japaner lehrten die Besucher Sumo-Ringen. Die Kolumbianer begeisterten die Gäste in den Gängen mit aufgeklebten Bärten und Gitarrenmusik. Zumeist war die Nationalität der Schüler von Weitem erkennbar: Sombreros, Kaftane oder Kimonos setzten klare Zeichen. Ein zentrales Thema des Projekts war außerdem die Menschenrechtssituation in den einzelnen Ländern. Plakate und Präsentationen gaben Aufschluss darüber. Das Ziel der einzelnen Länder war es weiterhin, Punkte zu ergattern. Diese konnten von Besuchern sowie einer Jury aus Schulleitung, Lehrern und Schülern vergeben werden. Um mehr Punkte zu bekommen, mussten die Schüler Werbung für ihr Land machen, was sie mit selbst entworfenen Kleidungsstücken, Schildern oder Handzetteln hervorragend bewerkstelligten. Außerdem konnten die Länder Punkte in einem Quiz gewinnen, bei dem je zwei Länder gegeneinander antraten. Gewonnen hat letztendlich Island, wohl vor allem dank der als Trolle verkleideten Schüler. Martin Frase, Schülersprecher und einer der Organisatoren, wertete das Projekt als großen Erfolg, mit dem er in diesem Umfang nicht gerechnet habe. Wider Erwarten hätten sich die Schüler enorm bemüht, was dann zu sehr schönen Ergebnissen geführt habe. Dennoch gab es auch vereinzelt Gegenstimmen unter den Schülern. Ein Kritikpunkt war unter anderem die Raumverteilung: So war zum Beispiel Indonesien beinahe noch abgelegener, als es auf der Weltkarte erscheint. Als Entschädigung für die lange „Anreise“ konnte man sich dort aber einer überwältigenden Ruhe sicher sein. Die Einnahmen des Projekts sollen einem wohltätigen Zweck gespendet werden. Welcher genau es sein wird, ist noch unklar.

BKZ-Artikel vom 29.07.2011