Die Kleinen sitzen auf dem Teppich

Partnerschaft: Schülerinnen vom Tausgymnasium schnupperten in Chelmsfords Schulen hinein

Absolvierten ein einwöchiges Praktikum in Chelmsford: Backnanger Schülerinnen. Foto: privat

Im Rahmen des jährlich stattfindenden Schüleraustausches mit Backnangs Partnerstadt Chelmsford haben einige Schülerinnen des Tausgymnasiums ein einwöchiges Praktikum in England absolviert. Über ihre Eindrücke berichten Annika Krämer und Ann-Kathrin Wurche.

,,Are you really from Germany? What is ‚cat’ in German? What are German schools like?‘‘, fragte mich der kleine Jacob und musterte mich mit seinen großen neugierigen Kinderaugen. Diese und viele weitere Fragen bekamen fünf von uns Schülerinnen aus der Jahrgangsstufe 1 täglich mehrmals gestellt. Die Grundschüler verschiedener Schulen in Chelmsford und Umgebung waren mindestens genauso aufgeregt wie wir Austauschschüler, als wir zu ihnen in den Unterricht kamen und die ganze Woche lang tüchtig mithalfen. Fünf von sieben Schülerinnen wurden in Schulen, vor allem Grundschulen, untergebracht. So konnten wir eine Woche lang den Alltag an einer englischen Schule aus Sicht der Lehrer miterleben. Dabei ging es nicht nur darum, im Unterricht zu sitzen und wie alle anderen Schüler dem Lehrer zuzuhören; wir durften auch aktiv mitarbeiten, mit einzelnen Schülern vor der Türe lesen, mit ihnen Spiele spielen, Gruppenarbeiten betreuen, Fragen beantworten und den Lehrern zur Hand gehen. Sowohl die Art des Unterrichts als auch die Schulgebäude an sich wiesen Unterschiede zu deutschen Schulen auf: In den jüngeren Klassen sitzen die Kinder meist gemeinsam auf einem großen Teppich statt an streng aufgereihten Tischen. Außerdem tragen bereits die jüngsten Schüler eine für England typische Schuluniform, die gewöhnlich aus einem grauen Rock für die Mädchen oder einer grauen Hose für die Jungs besteht. Beides wird meist mit einem Hemd oder einer Bluse und Pullovern in den Schulfarben ergänzt. Mindestens einmal pro Woche nehmen alle Schüler an einer sogenannten Assembly teil, was bei uns einer eher selten vorkommenden Schulversammlung entspricht. Auch der englische Remembrance Day wurde bei einer solchen Versammlung abgehalten. Alle Schulen legen an diesem Tag zwei Schweigeminuten zur Erinnerung an die Gefallenen und Verletzten des Krieges ein. Eine andere Schülerin schnupperte in den Beruf einer Narkoseärztin hinein, eine weitere wollte herausfinden, was man in einem Grafikdesign-Studio alles zu tun hat. Zuerst durfte sie nur Schilder bekleben, dann wurde ihr gezeigt, wie man selbst etwas am Computer entwirft. Auch Maschinen zu bedienen, beispielsweise ein Graviergerät, gehörten im Lauf der Woche zu ihrem Arbeitsalltag dazu. Auch die Gastfamilien gaben sich viel Mühe mit uns und haben sich ein vielseitiges Freizeitprogramm überlegt, um den Aufenthalt noch schöner zu gestalten. Da wir den Samstag freihatten, durfte eine Shoppingtour durch Englands Hauptstadt London nicht fehlen. Umso trauriger wurde der Abschied von unseren englischen Austauschpartnern und ihren Familien, als sich alle am letzten Morgen auf den Heimweg machten. Auch unsere Austauschpartner bekommen die Möglichkeit, ein Praktikum im Ausland zu absolvieren. Sie werden uns Ende März 2012 ebenfalls für eine Woche besuchen kommen. Bis dahin lässt sich sagen: Die Vorfreude auf ein Wiedersehen mit unseren Austauschpartnern steigt und „See you soon, England! We’ll meet again.“

BKZ-Artikel vom 29.11.2011