Zwischen Fish 'n' Chips und Harry-Potter-Flair

Partnerschaft: Neuntklässler des Tausgymnasiums in Chelmsford - Große und kleine Unterschiede zur eigenen Schule

Am königlichen Observatorium in Greenwich: Schülergruppe vom Taus­gym­nasium. Foto: privat
 
Chelmsford, Partnerstadt von Backnang. So hieß das Ziel der Klassen 9 des Gymnasiums in der Taus. Acht Tage verbrachten die 35 Schüler in der Stadt. Eine Woche voller Erlebnisse, voller Freude und mit einem teils tränenreichen Abschied. Kim-Laura Rützler, Nina Pfister und Jasmin El-Banany berichten.
Die Klasse 9 des Tausgymnasiums sowie die Lehrer Tordis Hoffmann und Günther Knödler machten sich auf den weiten Weg nach England. In Calais in Frankreich gingen wir auf die Fähre. Wir genossen das Meer und die frische Luft, auch wenn ein paar etwas seekrank wurden. Die Insel kam allmählich näher. Als wir endlich englische Straßen unter den Rädern unseres Busses hatten, dauerte es nur noch zwei Stunden, bis wir unser Ziel erreichten: die Chelmsford County Highschool for Girls. Vor den Toren warteten schon die Austauschpartner.
Am nächsten Morgen ging es in den Unterricht, nachdem wir mit einem kleinen Frühstück von der Schulleitung begrüßt worden waren. In England wird nur mit Laptop und Beamer gearbeitet, keine Kreide und keine Tafeln. Was aber noch ein größerer Unterschied zu unserer Schule war, war die Mensa. Es gab drei Menüs zur Auswahl und außerdem einen Stand, wo man sich selbst Sandwiches belegen lassen konnte.
Nach dem Lunch machten wir in der Innenstadt in kleinen Gruppen eine Stadtrallye. Wir mussten Fragen beantworten und übersetzen. Nach getaner Arbeit ging es zum Einkaufen.
Dann stand unser erster Ausflug an. Ziel: Colchester und dann das Meer, die Nordsee. In Colchester besuchten wir das Castle of Colchester, ein Museum, in dem man viel über die Besiedlung Englands erfährt. Außerdem konnte man sich als Sklave oder als Römer verkleiden. Dann durften wir die Stadt mit ihren engen Gassen erkunden. Alle schlenderten durch die englischen Läden und versuchten sich an Fish ’n’ Chips und anderen Spezialitäten. Zum Schluss gab es noch den Punkt, auf den sich alle schon den ganzen Tag freuten, nämlich das Meer.
Ein Ausflug nach London sollte das Highlight der Woche werden. Wir stiegen voller Vorfreude in den Bus. Doch dann die Enttäuschung: Wir konnten nicht in die Innenstadt und dort die Sehenswürdigkeiten anschauen, denn Tausende Studenten wollten gegen hohe Studiengebühren protestieren. Für unsere Lehrer ein zu großes Risiko. Unsere Laune: am Tiefpunkt. Aber wir konnten die Entscheidung akzeptieren. Als Ersatz fuhren wir zuerst nach Greenwich. Dort besuchten wir das Observatorium von London, wo der Null-Meridian durchläuft. Im Anschluss machten wir eine Bootsfahrt zur Tower Bridge. Anschließend besichtigten wir das Olympiagelände von 2012 in Stratford. Dort befindet sich direkt am Bahnhof eines der größten Einkaufszentren Europas. Nach einer Shopping-Tour durch die riesigen Einkaufspassagen wollten wir mit der Underground nach Epping fahren, wo der Bus wartete. Es war aber schon 18 Uhr, Rushhour in London. Die Hälfte der Gruppe schaffte es unter Mühen in die erste Bahn, die sehr voll war. Umfallen konnte da keiner mehr. Die andere Hälfte kam dann mit Lehrerin 20 Minuten später nach.
Am nächsten Tag fuhren wir nach Cambridge, der Universitätsstadt mit dem Harry-Potter-Flair. Bei einer Stadtführung erfuhren wir einiges über die Uni heute und früher und durften in eines der Colleges hineinschauen. Nach einer Tour mit Shopping durch die schöne Innenstadt von Cambridge, wo viele Studenten mit dem Fahrrad unterwegs sind, ging es wieder nach Hause.
Dann kam der letzte Tag, an dem wir etwas mit der Klasse machten. Anlässlich des Remembrance Days – Gedenktag für die Gefallenen der beiden Weltkriege – gab es eine Versammlung mit Vortrag in der Sporthalle. Danach ging es in die Klassenräume. Eine Fanfare im Schulhof kündigte eine Gedenkminute an.
Der nächste Tag stand zur freien Verfügung. Jeder unternahm etwas zusammen mit den Austauschpartnern in London oder anderswo, und am folgenden Morgen wurde die Heimfahrt angetreten.

BKZ-Artikel vom 03.12.2011