Besucher standen nicht auf dem Schlauch

Schüler des Gymnasiums in der Taus bei der Freiwilligen Feuerwehr zu Gast – Ein Feuer gab es nicht, aber großen Spaß

Großes Probespritzen: Schüler des Backnanger Tausgymnasiums versuchten sich
bei der Feuerwehr als Floriansjünger. Foto: privat

BACKNANG. "Hallo, ich bin der Volker Lutz", so fing ein aufregender Tag für die Schüler der Klasse 8c vom Gymnasium in der Taus an. Die Klasse besuchte die Freiwillige Feuerwehr Backnang mit ihrem Chemielehrer Günter Denninger. Es berichten Nicole Kronmüller und Katja Lontke von der Presse-AG der Schule:

Um sich vorstellen zu können, wie so ein Alarm abläuft und wie die freiwilligen Feuerwehrleute vom Freibad in die Rolle des Feuerwehrmannes schlüpfen – und das in nur drei Minuten – , zeigte Volker Lutz der Klasse ein Video. Er erzählte über seinen Beruf, zum Beispiel über die Jugendfeuerwehr, über den 24-Stunden-Dienst, aber auch über lustige Tierrettungen. Er erzählte aber auch, dass die Arbeit als Feuerwehrmann hart ist und er auch an Feiertagen, wenn der Piepser ertönt, arbeiten muss. Er sprach von seinen Einsätzen beim Hochwasser und erklärte den Schülern, dass, wenn beim Tod einer Person, zum Beispiel bei einem Verkehrsunfall, ein Feuerwehrmann die Bilder in seinem Kopf verdrängen muss, er nicht ewig mitfühlen darf.

Nach diesen Worten ging’s dann endlich in die Fahrzeughalle. Mit der Frage "Wo muss man anrufen, wenn’s brennt?" und einer Schätzfrage, wie viele Einsätze die Feuerwehr in Backnang jährlich hat, begann der praktische Teil des Besuchs. Nun wurde den Schülern die Einsatzkleidung gezeigt. Jeder durfte sie einmal anfassen, und am Ende sahen sie einen Kollegen von Volker Lutz komplett eingekleidet, sogar mit Sauerstoffflasche. "Falls man eine Ausbildung machen möchte, muss man natürlich eine Prüfung ablegen. Zum Beispiel zweimal auf einen Turm hochrennen, mit über 20 Kilo Gepäck", so Volker Lutz. "Natürlich steht das Training dafür im Vordergrund, aber ich trinke mit meinen jungen Feuerwehrleuten auch mal eine Cola."

Die Schüler wurden dann in Gruppen eingeteilt: Jungs und Mädchen. Als den Mädchen ein Hydrant gezeigt wurde, wussten viele nicht, was sie damit anfangen sollten. Aber das erklärte ihnen Volker Lutz. Danach wurden die Fahrzeuge für die Mädchen geöffnet. Der Inhalt wurde erklärt, und die Mädchen durften sogar auf die Rückbank, was ein kleines Durcheinander auslöste. Die Mädchen mit Günter Denninger zusammen in ihrer Gruppe mussten rechnen, wie viel Wasser durch so einen Schlauch auf einmal fließen kann: 16 mal 4 Liter. Den Jungs hingegen wurde eine Motorsäge gezeigt, und es wurde erklärt: "Was tun, wenn…?" . Nun kam das Beste: die Löschübung. Mit Gas wurde ein Feuer entzündet, und jeder der Schüler durfte mit einem Löscher den Brand löschen. Aber das Feuer ging nach jedem Schüler wieder an, sodass manche auch zweimal ran durften. Alle mutigen Schüler löschten mit Erfolg, und nach und nach waren auch die Feuerlöscher leer. Zum Glück gab es von diesen mehr als nur einen. Dann kam der große Löschschlauch ins Spiel. Es brauchte vier starke Freiwillige. Also hieß es: "Wasser marsch", und die Jungs und Mädchen hielten den Schlauch in die Höhe. Ein Feuer gab es nicht, dafür aber großen Spaß. Danach setzen sich alle Schüler auf den Boden, ließen sich trocknen, und Volker Lutz und Günter Denninger informierten sie über die Gefahren eines Haarsprays.


BKZ-Artikel vom 19.05.2012