Einblicke in die Wunderwelt der Chemie

Hatten sichtlich Spaß beim Experimentieren: Schüler der Plaisirschule beim
Chemie-Vormittag mit ihrer Mentorin. Foto: privat

Schüler des Gymnasiums in der Taus zeigten Grundschülern der Plaisirschule verblüffende Experimente

Schüler des Gymnasiums in der Taus haben Grundschülern der Plaisirschule die Wunder der Chemie gezeigt. Maurice Jaeschke (Jahrgangsstufe 1) von der Presse-AG der Schule berichtet darüber:

BACKNANG. „Chemie ist, wenn es stinkt und kracht“ – diesen bekannten Spruch sollten die Schüler der ersten und zweiten Klassen der Plaisirschule am eigenen Leib erleben. Und 20 chemieinteressierte Schüler der Klasse 10 und der Jahrgangsstufe 1 des Gymnasiums in der Taus wollten ihnen dabei behilflich sein.
Zu Beginn wurden die Erstklässler Zeugen eines zunächst wie Zauberei anmutenden Vorgangs: Ohne mit der Wimper zu zucken, verbrannten zwei Tausgymnasiasten einen 10-Euro-Schein vor den Augen der erstaunten Schüler. Denn noch bevor die ersten Ausrufe verhallt waren, ging das Feuer von selbst aus. Der Geldschein konnte der erleichterten Lehrkraft, die sich zur Leihgabe bereitgestellt hatte, zurückgegeben werden. Des Rätsels Lösung: Der Schein wurde vor dem Anzünden in ein Wasser-Alkohol-Gemisch getaucht. Der Alkohol verbrannte, doch das Wasser schützte die Banknote vor weiterem Schaden.
Bevor es nun zu den eigenen Versuchen ging, wurden Erstklässler in die Grundlagen des Experimentierens eingeführt: Vorsicht mit Feuer, lange Haare zurückbinden, Essen und Trinken unterlassen und natürlich das Anlegen der richtigen Schutzkleidung. Diese wurde nun in Form von Schutzbrillen an die Schülerschaft ausgeteilt. Ein jeder Mentor der Taus nahm sich einer Gruppe von drei bis fünf Schülern an, die er dann von Versuch zu Versuch führte.
Und die hatten es in sich: Wasser wurde in Gläser gesogen, Pfeffer änderte mit ein wenig chemischer Hilfe seine Bewegung, und Lavalampen wurden selbst erstellt. Am meisten Anklang bei den jungen Schülern fand allerdings ein ganz anderes Experiment: die Filmdosen-Rakete, die bei allen ungezügelte Freude hervorrief. Dabei halfen die Älteren nicht nur die Versuche durchzuführen, sondern erklärten den wissbegierigen Schülern auch, warum das, was sie gerade gesehen hatten, so ist, wie es ist.
Nachdem alle Gruppen alle Versuche absolviert hatten, beendeten die Besucher vom Gymnasium in der Taus das Zusammentreffen mit einer Knaller-Vorführung: Mit ein wenig Pusten und einem feinen Pulver wurde ein Haus aus Plexiglas vor den Augen der begeisterten Schülerschaft in seine Bestandteile zerlegt. Der Trick dabei: Das Pulver selbst war nicht entflammbar, erst durch das Pusten wurde es hochgewirbelt und so fein zerstäubt, wobei es seine explosive Kraft entfaltete.
Mit diesem letzten Eindruck und einem freudestrahlenden Ausdruck endete der Experimentiervormittag für die Erstklässler. Für die 20 wackeren Recken des Gymnasiums in der Taus war nun aber erst Halbzeit: Nach einer kurzen Pause zur Stärkung und zum Sammeln neuer Kräfte galt es, die abgelieferte Kür nun mit den Zweitklässlern zu wiederholen. Die Herausforderung meisterten die Älteren jedoch mit Bravour.
Sogar zum Wiederholen des Endversuchs nach lauten „Zugabe! Zugabe!“-Rufen blieb noch Kraft, Lust und Zeit. Und nach so einem aufregenden Vormittag können die jungen Schüler nun zu Hause erzählen: „Chemie, das ist wirklich, wenn’s stinkt und kracht.“

BKZ-Artikel vom 19.09.2012