Raue Überfahrt – weiche Landung in Familien

Erlebten einen interessanten England-Aufenthalt: Schüler vom Tausgymnasium.
Foto: privat

Partnerschaften: Neuntklässler des Tausgymnasiums in Chelmsford – Unterwegs zwischen Greenwich und Cambridge 36 Neuntklässler des Gymnasiums in der Taus besuchten mit ihren Lehrern Knödler und Ulmer eine Woche lang Backnangs englische Partnerstadt Chelmsford. Stichwort: Schüleraustausch. Anna, Natalia, Stella und Tobias waren mit dabei und berichten.

BACKNANG (pm). Wegen stürmischer See konnten wir erst nach elf Stunden in Calais an Bord der Fähre nach Dover gehen. Die Seeüberfahrt wird wahrscheinlich vielen in Erinnerung bleiben. Auch die Freude, als wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten. Am Ziel, der Chelmsford County Highschool for Girls, also einer Mädchenschule, warteten schon die Austauschschülerinnen. Am nächsten Morgen durften wir das machen, was uns allen am meisten gefällt: Wir besuchten den Unterricht. Schon bald wurden die Unterschiede zu unserer Schule bemerkbar: Der Unterricht lief mit Beamer und Laptop. Es gab Magnettafeln, auf die mit Edding geschrieben wurde. Außerdem ist die Mensa sehr groß, man hatte drei Menüs zur Auswahl und musste sich mit Fingerabdruck identifizieren, um zu bezahlen. Dazu kamen die Schuluniformen und die für uns ungewöhnlich strenge Disziplin. Nach dem Lunch gab es eine Stadtrallye, bei der wir Fragen zur Stadt beantworten mussten, dann hieß es Shoppen. Am nächsten Tag fuhren wir weg, um Colchester, die wahrscheinlich älteste Stadt Englands, zu besichtigen. Zuerst besuchten wir das Castle of Colchester, eine alte Burg, die als Museum verwendet wird. Dort konnte man viel lernen über die ersten Siedler Englands, den Einfluss verschiedener Sprachen und die Geschichte. Danach fuhren wir in einen typisch englischen Ferienort an der Ostküste mit herrlichem Sandstrand und vielen Muscheln. Am Mittwoch stand uns das lang ersehnte Highlight der Woche bevor: der Ausflug nach London. Unser erstes Ziel: das Greenwich Observatory. Nachdem viele Fotos gemacht waren, unter anderem die etwas nervtötende, aber wichtige Pflichtaufnahme, nämlich das Foto auf dem Nullmeridian, fuhren wir mit einem Schiff über die Themse. Von dort aus sahen wir die Tower Bridge, den Tower, St. Paul’s, London Eye und vieles mehr. Direkt vor Big Ben und den Houses of Parliament stiegen wir aus. Mit der U-Bahn gelangten wir zum Piccadilly Circus. Dort bekamen wir Freizeit und konnten machen, was wir wollten. Am Donnerstag hatten wir dann die Universitätsstadt Cambridge im Visier. Ein Stadtführer erzählte uns in nahezu perfektem Deutsch viele interessante und wissenswerte Dinge. Den Freitag verbrachten wir wieder im Unterricht, wobei uns wieder die bemerkenswerte Disziplin der Schülerinnen bei einer Schulversammlung (assembly) in der Sporthalle auffiel. Zwei Mitschüler durften sogar an einer feierlichen Kranzniederlegung zur Erinnerung an die Toten der Weltkriege am Eingang der Schule teilnehmen. Der Samstag war für alle ein besonderer Tag: Er diente dazu, zusammen mit den Gastfamilien etwas Interessantes zu unternehmen. Am folgenden Morgen verabschiedeten wir uns von den Austauschfamilien, die uns mittlerweile ans Herz gewachsen waren.

BKZ-Artikel vom 30.11.12