Tausgymnasium erhält ab neuem Schuljahr G-9-Zug

Keine weiteren Bewerbungen aus dem Rems-Murr-Kreis – Kultusministerium antwortet auf Schreiben von MdL Gernot Gruber

Die Überraschung ist nicht sonderlich groß, die Freude dagegen sehr: Das Tausgymnasium erhält den G-9-Zug ab dem Schuljahr 2013/14. SPD-Landtagsabgeordneter Gernot Gruber überbrachte gestern die frohe Kunde.

BACKNANG. Im November hatte sich der Gemeinderat mehrheitlich dafür ausgesprochen, das Tausgymnasium als Bewerber für den Modellversuch des Landes beim Kultusministerium anzumelden. Die Abstimmung war schwierig, weil auch das Max-Born-Gymnasium Interesse bekundet hatte. Doch die Verwaltung hatte den Antrag des Gymnasiums in der Taus priorisiert. Bei 20 Ja- und 5 Gegenstimmen sprach sich der Gemeinderat für den G-9-Schulversuch am Tausgymnasium aus (wir berichteten).

Nach dem Antrag der Stadt Backnang auf Einrichtung eines G-9-Zugs am Tausgymnasium hatte sich der Backnanger SPD-Landtagsabgeordnete Gernot Gruber ans Kultusministerium gewandt und um Unterstützung dieses Vorhabens geworben. Nun hat Gruber gestern von Staatssekretär Dr. Frank Mentrup die erfreuliche Nachricht bekommen, dass Backnang mit einem G-9-Zug berücksichtigt wird.

Vor der Umwandlung des neun- in ein achtjähriges Gymnasium gab es am Backnanger Max-Born-Gymnasium die Chance, freiwillig den gleichen Unterrichtsstoff in einem G-8-Zug (sogenanntes Turbo-Abitur) zu lernen. Nun setzt die Landesregierung einen Wunsch vieler Eltern um, freiwillige neunjährige Gymnasialzüge zu ermöglichen neben dem Normalangebot an achtzügigen Gymnasien. Die SPD-Landtagsfraktion habe durchgesetzt, dass 44 Gymnasien im Land diese Chance erhalten – mindestens eines pro Landkreis, teilt Gruber mit.

Obwohl das Tausgymnasium das Wunschkriterium Vierzügigkeit nicht erfüllt, hat es jetzt vom Kultusministerium als einziges Gymnasium im Rems-Murr-Kreis den Zuschlag erhalten. Dies war nicht schwierig, denn aus dem Rems-Murr-Kreis gab es keine weiteren Bewerber. Deshalb ist auch die Überraschung nicht sonderlich groß. Dass die Chancen gut sind, wusste auch Schulleiter Dr. Reinhard Ortwein. Deshalb war er gestern nicht erstaunt, freute sich aber umso mehr. Vor allem sei die Einführung des neunjährigen Wegs zum Abitur der Wunsch vieler Eltern, weshalb auch die Akzeptanz „sehr hoch“ sein werde. „Wir freuen uns, weil G9 in die Bildungslandschaft in Backnang hineinpasst“, sagte Ortwein. G9 wird am Tausgymnasium mit der fünften Klasse im Schuljahr 2013/14 beginnen. Offiziell wird der neue Kultusminister Andreas Stoch heute bekannt geben, welche 22 Gymnasien in der zweiten Tranche für den G-9-Schulversuch ausgewählt worden sind.

Durchlässigkeit im Bildungssystem ist eine wichtige Aufgabe, so Landtagsabgeordneter Gruber. So hätten Schüler, die die Realschule, die Werkrealschule oder eine Gemeinschaftsschule mit der mittleren Reife abschließen, die Chance, auf einem neunzügigen Gymnasium oder auf den beruflichen Gymnasien bis zum Abitur weiterzumachen.

Bei der landesweiten Ausweitung der beruflichen Gymnasien wurde das neue Profil Umwelttechnik nur viermal genehmigt. Gruber hat nach Rücksprache mit Staatssekretär Mentrup einen erneuten Anlauf unternommen, ob das technische Gymnasium in Backnang neben den Profilfächern Informationstechnologie, Mechatronik und Medientechnik auch einen Umwelttechnik-Zug erhalten kann.



BKZ-Artikel vom 24.01.2013